Nachdem ich es nun schon zu oft erklärt habe, hier nun für alle Interessierten und den „habs‘ noch nicht ganz verstanden“-Zuhörern mein „How to mobile VoIP“-Guide:

Ich benutze seit numer fünf Jahren Nokia N-Serie Telefone. Nein „Multimedia Computer“ ist Nokias offizielle Bezeichnung für die Geräte. Nennen wirs Nokia Smartphone. Praktisch: Die haben standartmässig einen VoIP Client eingebaut. Was heißt das? Das heißt das du, sobald Dein Telefon online ist (via WiFi oder 3g aka „UMTS“) über das Internet telefonieren kannst. Dazu braucht es einen SIP-Anbieter z.b. sipgate.de ist eine gute Wahl, guter Service, gute Preise. Dort gibt es eine deutsche Festnetz Nummer (Sipgate BASIC ohne Flat) und alle Zugangsdaten für Lau. Unter der Nummer bist Du dann am Handy erreichbar. Theoretisch. In der Praxis für die meisten nur solange das W-Lan reicht.

Das reichte mir nicht. Ich will immer und überall online sein und für Festnetzpreise mobil telefonieren und damit der GSM-Service-Provider Mafia nicht länger mein Geld in den Rachen werfen! Im Gegensatz zu den beiden Grossen und schlimmsten –  T-Mobile und Vodafone – verbietet E-Plus und seine Discount Marke simyo diese Dienste nicht, bzw. blockieren sie nicht. Und selbst wenn gibts auch dafür Lösungen (Port 80, VPN, etc. aber das ist jetzt nicht Thema). o2 lässt nun übrigens auch Skype durch, jetzt sogar offiziel.

Um die VoIP Nummer also mitzunehmen braucht eine Datenflat. Völlig ausreichen (für VoIP, nicht zum großen saugen!) ist hier die günstige simyo Datenflat: €10/Monat inkl. 1GB Datenvolumen.

Echtes VoIP macht ca. 1MB Daten pro Minute, d.h. 1GB würde für 1000 Minuten reichen. Das reicht.
Aber perfekt ist dafür das kleine israelische, kostenlose Tool namens fring – diese kleine (Killer!) Applikation vereint nahezu alle Instant Messaging- (IM), Social Network- und VoIP-Dienste in einem Programm! D.h. nach Installation kannst Du twittern, Facebook lesen, MSN chatten, per Google Voice oder Skype telefonieren und insbesonders via Sipgate erreichbar bleiben. Netter Nebeneffekt: Dank des fring Kompressionsalgoritmus werden die Daten um den Faktor 10 veringert, somit ergibt sich (bei etwas schlechterer Qualitaet) nur noch ca. 100kb (statt 1mb) pro Minute.
Übrigens: Da alle Nokia N-Telefone im Gegensatz zum iPhone multitasking-fähig sind (Ach, wie nett: Das erinnert mich doch an damals, vor 20 Jahren, echtes Multitasking Windows NT (We prefer New Technolgy) gegen das hoffnugslos veraltete und ständig das gesamte System runterziehende System 7 von Apple.. ) kann fring permanent im Hintergrund laufen und es ist möglich Musik zu hören, eMails zu lesen und eben zu chatten und ja – auch das – zu telefonieren.

Und das ist dann eigentlich schon alles um immer vom Handy per Festnetz (Nummer und Preis) zu telefonieren und eben auch unter einer lokalen Festnetz Nummer am Handy erreichbar zu sein!
Auch gut, die Daten Roaming Preis sind bei simyo so sehr bezahlbar, das es sich im EU-Ausland ebenfalls lohnt und VoIP Gespäche deutlich billiger sind als Voice-GSM + Roaminggebühr.
Im nicht-europäischen Ausland hole ich mir am ersten Tag eine lokale, pre-paid SIM-Karte mit Datenoption und bin dann auch wieder per Festnetznummer am Handy und…  Das funktionierte wunderbar in China (ChinaMobile, m-zone), Türkei, Vietnam, Indien, etc.

Nochmal im Überblick:

  1. Zu simyo wechseln, Datenflat buchen
  2. Sipgate Nummer holen
  3. Fring installieren
  4. Nie wieder teuer mobil telefonieren

Übrigens, meine VoIP Sipgate Nummer lautet: 089 3816 4444. Praktisch auch, die Studio/Büro Nummer dorthin umzuleiten, ebenfalls kostenlos via Festnet Flatrate. Ebenfalls weltweit natürlich, macht alles sehr viel entspannter..

Update: Ein interessanter Artikel zu VoIP auf areamobile

Auch schön zu sehen

10 comments

  • DiscoDieter

    Toll, danke für die super Anleitung. Ich habe das schon alles angefangen, aber dank komischen Erfahrungen nie zu Ende geführt. Da du dies erfolgreich einsetzt, knie ich mich da auch mal wieder rein.

    Allerdings noch eine Anmerkung zum iPhone: Fring (oder andere IM Apps) darf per Default nicht über 3G (UMTS) VoIP Verbindungen aufbauen – verbietet Apple in ihrer Entwickler-Restriktion sowie zahlreiche überteuerte Mobilfunk-Provider.

    Lösung:
    – Jailbreak des iPhones
    – BossPref aus Cydia installieren
    – VoIPover3G aus Cydia installieren. Das simuliert ein WLAN trotz aktiven 3G!

    Nun gehen alle IMs mit VoIP Feature. z.B. Fring, Nimbuzz, Skype, IM+ (? Keine Ahnung), etc..

    Noch ein Tipp: Das iPhone hat ein mieserables Speichermanagment. Also noch „Memory Info“ aus dem AppStore installieren und regelmäßig aufräumen. Sonst tut ein Reboot auch gut.

    Viele Grüße
    Dieter

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  • Sven Steinmeyer

    Fring geht je eigentlich – tricky! – über port 80, d.h. der „websiten surfen“-port – den zu blocken ist ungünstig.. Daher laeufts eigentlich ueberall. Aber klar, Apple mit mit seinem AppStore natürlich die Kontrolle über alles und jedes (ungeknackte, befreite..) iPhone. Somit kann fring auch nicht so einfach auf selbigen landen… Ich hasse diese „Geschäftspolitik“!

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  • Peter

    Die Methode ist gut,
    aber wenn ich es richtig sehe, hat man so keine handynummer mehr (was nicht so schlimm ist, man hat ja ne festnetznummer) und kann keine sms bekommen. Also noch ein Zweithandy. Oder?
    Peter

    Antworten
    • Sven Steinmeyer

      Nein, Du bekommst nur die (virtuelle) Festnetznummer zusätzlich.. D.h. an den „bisherigen“ (normalen) Tefefonfunktionen ändert sich überhaupt nichts – nur das du eben sobald online, per CoIP Nummer günstig erreichbar bist und ebenso günstig rausrufen kannst. Und das überall auf der Welt, auch und gerade dann wenn das „normale“ telefonieren mit SIM-Karte wegen Auslandsroaming horrend teuer wird!
      Es währe aber auch keine gute Idee komplett auf die reguläre Sprachverbindung zu verzichten, da (gerade bei eplus) teilweise das (3g/UMTS-) Netz noch sehr mangelhaft ausgebaut ist…

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      • Sven Steinmeyer

        Aber, Zweithandy im Ausland macht in der Tat Sinn: Fürs VoIP („Online-Internet-„) Handy eine lokale SIM-Karte des jeweiligen Landes kaufen und ins Zweithandy die deutsche SIM-Karte schieben um damit erreichbar zu bleiben..

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  • Sven Steinmeyer

    ..und da hatte ich mir doch heute von sipgate.de ein config file für mein n95 senden lassen und siehe da: Richtig VoIP via 3g/UMTS überall – yeah!

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  • Norbert

    Als Alternative bietet sich NHEO an.

    Da braucht ihr nur die APP für iPhone oder Android laden und seid per Festnetznummer erreichbar.

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  • zara.amy

    iNum ist übrigens sogar eine echte globale Rufnummer, die auch per VoIP realisiert wird, von einigen VoIP-Providern wie Callcentrix, Comfytel, Voxalot etc. angeboten wird (Comfytel bietet auch ein paar Komfortfunktionen wie SRTP-Verschlüsselung, was recht selten bei VoIP-Providern ist) und von einigen Netzen aus direkt erreicht werden können. Vorteil: Während deutsche Festnetznummern erstens die deutsche Landes- und Ortsvorwahl haben und per Gesetz an die Schufameldeadresse oder behördliche Meldeadresse gebunden sind und US-Rufnummern oder Rufnummern von Ländern wie Polen oder Bulgarien (die meisten Länder der EU haben so ein Gesetz und Polen oder die USA nicht) natürlich eine andere Landesvorwahl haben, ist diese Art Rufnummer vollkommen standortunabhängig und man behält sie auch, wenn man in ein anderes Land umzieht und es besteht praktisch keine Gefahr, dass sie aus einem Land vom PSTN teurer als gedacht zu erreichen ist. Zumindest die globale Mehrheit an PSTNs und wohl alle deutschen PSTNs können eine iNum-Rufnummer allerdings nicht direkt erreichen. In diesem Fall wählt der Anrufer sich zunächst auf einem Server eines Landes seiner Wahl ein bzw. ruft ihn an und wählt dann die iNum-Rufnummer.
    FringOut gibt es jetzt auch und ist wesentlich billiger als Skype, bei Friendcaller kann man sich kostenlos ganz einfach eine SIP-Rufnummer holen, die (dafür ausgewählte und registrierte) E-Mailadresse ist dann die SIP-Adresse.
    Auch kann man bei der Fritzbox providerunabhängig eine SIP-Adresee nutzen – Anleitung bei Connect.

    Der Kommentar zu Apple und Windows: Bei iOS teile ich völlig die Meinung – Symbian war bis 2010 das beste System, wurde aber von Android übertroffen. Es ist am PC-ähnlichsten und läst sich am besten an die persönlichen Bedürfnisse anpassen, unterstützt DualCore und benutzt Grafikeinheit des Prozessors wenn vorhanden etc. und ab Juli ist auch die Hardware gut genug für einen Kauf eines solchen Smartphones für mich.
    Der Vergleich mit Mac OS und Windows hinkt aber dennoch, denn zwar war Apple mit präemptiven Multitasking zwar etwas später dran, haben dafür aber von Anfang an ihre Arbeit gründlicher und besser gemacht als Microsoft.
    Microsoft schleppt nämlich immer noch ärgerliche Altlasten seit 25(!) Jahren mit sich, die bei Mac OS seit 25 Jahren schon nicht vorhanden sind! Die Rede ist vor allem von der Datensicherheit vor Crashs. Meine Erfahrung zeigt, dass bei Mac OS nie ein Programm ungenutzt herum lag, die Produktivität mehr als doppelt so hoch war, die Frustmomente durch Crashs sowohl seltener als auch viel schwächer waren, es gab fast keine Datenverluste, ich musste auch nie zweimal die gleichen Einstellungen vornehmen, konnte Programme und Einstellungen genau wie Dateien praktisch idiotensicher beliebig verschieben und Programme auch auf externen nicht ständig verbundenen Datenträgern speichern (ohne dass das Programm extra dafür konzipiert sein muss wie bei Windows), konnte spielend einfach Programme und Einstellungen auf einen neuen Mac rüber kopieren ohne irgendwelche Einschränkungen, dennoch gibt es da auch wie bei Windows Mechanismen gegen Raubkopien, auch verbrauchte ich weniger Speicherplatz für Backups und tatsächlich meine ich auch Backups, denn auch lange vor „Time Machine“ konnte man auch einfach per Ordnersynchronisationsprogramm oder per Dateien kopieren seinen ganzen Computer sichern, was bei Windows gar nicht geht und was Imager dort zwingend notwendig macht zur Komplettsicherung. Dadurch konnte ich auch die Sicherungen selbst aufräumen wie ich wollte so dass ich praktisch nie wesentlich mehr als den doppelten Platz meiner eigentlichen Daten verbrauchte, während bei Windows der Festplattenverbrauch deutlich höher ist, und Systemupgrades machten dort richtig Spass und mein Mac fiel nie länger als 2 Tage aus. Das sind alles Dinge, die ich bei Windows sehr schmerzlich vermisse! Bei Windows hingegen hatte ich schon PCs (genauer: Laptops), die Monate nicht funktionierend nur rumgestanden haben weil es manchmal richtig Zeit frisst die wieder komplett hin zu bekommen – übrigens auch nur selten ohne einen doch eher schmerzlichen Datenverlust. Sogar die Imager können bei Windows besonders seit Vista durch die automatische Formatierung bei Löschung mal versagen. Ein mal gingen Monate an Konfigurationsarbeit auf diese Weise verloren!
    Da redet Microsoft immer von Sicherheit aber um die Sicherheit vor Crashs haben sie sich bisher leider schlecht gekümmert – immerhin versuchen sie inzwischen sich zu bessern aber ich frage mich wann da der Stand des Macs vor 25 Jahren endlich erreicht ist. Das und auch der Vergleich zu anderen PC-Systemen und auch Berichte von befreundeten Programmierern lässt mich mit ziemlicher Sicherheit urteilen, dass zwar nicht das iPhone und auch nicht das iPad die besten ihrer Art sind, sehr wohl hingegen ist Mac OS X das weltweit beste PC-System und ausgerechnet das, wo Apple tatsächlich das Beste zu bieten hat boomt nicht so stark wie iPhone und iPad – unverständlich. Vielleicht liegt es daran, dass die Machardware etwas teurer und weniger vielfältig ist und es etwas oft nach dem Prinzip funktioniert, dass Probleme mit Geld gelöst werden (manche Programme sind da etwas teurer) – das Problem mangelnder Kompatibilität zu Peripheriegeräten hat ja schon erheblich abgenommen im Vergleich zu vor 15 Jahren. Eigentlich müsste dann aber eher Linux am verbreitetsten sein denn Linux ist noch mehr als Windows der Billigheimer und funktioniert gleichzeitig besser. Es muss wohl an IBM liegen – der große Name IBM damals 1985 hat mehr auf die Verbreitung gewirkt als wie gut ein System wirklich funktioniert.
    Wichtig ist noch zu wissen, dass es vor allem dadurch, dass Mac OS X jetzt ein Intelsystem ist, es bei weitem bessere Tools gibt um unter Mac OS X auch Windowsprogramme und Linuxprogramme ganz einfach laufen zu lassen. Vor 15Jahren war das noch eher kümmerlich auch wegen der Chipemulation, die heute entfällt (Programme sind nicht wie früher, viel langsamer als im originalen System für die Programme) und haben keine Darstellungsfehler wie früher manchmal. Genannt sei Wine, NTFS for Mac etc.

    Übrigens sind ebenfalls seit dem ersten Mac OS X die Zeiten vorbei, wo Mac irgendwo später dran war als Windows. Auch gab es vor dem präemptiven Multitasking das sequenzielle Multitasking beim Mac OS. Vor iOS 4 hingegen gab es gar kein Multitasking – auch jetzt scheint es ab und zu noch Multitaskingprobleme zu geben, die Apps müssen auch extra dafür gemacht sein. Warum die gleiche Firma mit dem tollen PC-Betriebssystem bisher nicht ein ebenso gutes Smartphonebetriebssystem hingekriegt hat ist mir allerdings schleierhaft. Be mir rangiert iOS4.3 nur auf Platz 3 und ist durchaus in realer Gefahr wieder auf Platz 4 zu fallen.

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  • zara.amy

    Für das Problem mit der Handyrufnummer, das hier jemand ansprach, gibt es neuerdings von Sipgate auch eine Lösung: Sipgate One, eine Handyrufnummer, die kostenlos weiterleitet zum gewünschten Gerät, eine Rufnummer für alle Geräte. Dann gibt es noch ENUM und den kostenlosen Dienst SIP2SIP – verbessern und erweitern Weiterleitungsfunktionen und ein paar weitere Funktionen.
    Sinnvol kann auch sein, wenn der VoIP-Provider ENUM-Lookup unterstützt.

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  • Max

    für dich

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